Was würde die Realisierung der B 519 (neu) für Ihren Ortsteil bedeuten?
Fakten B 519 Fakten B 40 Neue Umgehung zur Entlastung überregionalen Verkehrs
Flörsheim
Kernstadt
Sollte die B 519 gebaut werden, so würde sie beginnend an der Opelbrücke
nördlich die Kernstadt umschließen. Im Bereich der Windthorststraße
soll die neue Umgehungsstraße sehr nah an die Bebauung heranrücken,
so dass ein Lärmschutzwall von 6 Metern Höhe und 313 Metern Länge
für diesen Bereich vorgesehen ist.
Zwischen der Opelbrücke und der Kreuzung mit der Wickerer Straße
muss der Kreuzweg (der betonierte Wanderweg in Richtung Geißberg) umgelegt
und über die Trasse überführt werden. Dies gilt auch für
Abschnitte des Wartweges (ein weiterer Wanderweg in diesem Bereich). Ein wichtiges
Naherholungsgebiet für die Flörsheimer Bevölkerung wäre
unwiederbringlich verloren. Für diesen Bereich wird eine Belastung mit
13.500 PKW/24h prognostiziert, d.h. alle 6 Sekunden ein PKW (am Tag natürlich
deutlich mehr als in der Nacht). Zudem wird für die gesamte B 519 von
einer Belastung mit 2.000 LKW/Tag ausgegangen!
Die B 519 (neu) soll nach der Kreuzung mit der Wickerer Straße etwas nördlich des Autohauses Günther und Schmitt die B 519 (alt) kreuzen. Die Entfernung vom Neubaugebiet Nord liegt zwischen 250 und 500 Meter. Der Wanderweg in Richtung Wicker (Höllweg) muss ebenfalls über die Trasse geführt werden. Für diesen Bereich wird eine Belastung mit 14.000 PKW/24h prognostiziert, d.h. auch hier fahren alle 6 Sekunden ein PKW (am Tag natürlich deutlich mehr als in der Nacht). Zudem wird für die gesamte B 519 von einer Belastung mit 2.000 LKW/Tag ausgegangen, d.h. alle 43 Sekunden ein LKW!
Die vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen in Wiesbaden prognostizierten Entlastungen für die gesamte Kernstadt betragen lediglich 18,6% (Erläuterungsbericht zur Planfeststellung, Tabelle 1, Seite 11)! Für die BGM.-Lauck-Straße werden Entlastungen zwischen 25,7 und 30,4% prognostiziert, die nördliche Verlängerung der Rheinallee würde gar nicht entlastet und in den Hauptdurchgangsstraßen der Flörsheimer Innenstadt, der Haupt- und Grabenstraße würde die Entlastung lediglich 13,0 bzw. 13,1 % betragen. Das würde bedeuten, dass statt jeder 13. Sekunde nur alle 15 Sekunden ein Auto diese Straßen passieren würde. Diese Entlastung ist nicht wahrnehmbar! Auch ist die Vorstellung, dass durch diese geringen Entlastungen sich eine blühende Innenstadt etablieren würde utopisch! Tatsächlich haben die Geschäfte in der Bahnhofsstraße seit Schließung des Bahnüberganges erhebliche Umsatzeinbußen.
Fazit:
Für die Flörsheimer Kernstadt würde der Bau der B 519 (neu)
nur geringe Verkehrsentlastungen bringen (18,6% für die gesamte
Kernstadt). Dem gegenüber würde ein Mehr an Verkehr um den Ort
herum fahren. 14.000 PKW und 2.000 LKW am Tag! Die wichtigsten
Naherholungsgebiete der Flörsheimer Bevölkerung wären empfindlich
getroffen. Nur für die Bürger im Bereich Windthorststraße
würde ein Lärmschutz gebaut, die anderen Randbereiche müssten
mit der zusätzlichen Lärm- und Schadstoffbelastung alleine
klarkommen - da keine Grenzwertüberschreitungen prognostiziert sind.
Fazit:
Der Ortsteil Keramag ist der einzige Stadtteil im durch den Bau der Umgehungsstraße
nur Nachteile zu erwarten hätte.
Fazit:
Es ist unwahrscheinlich, dass die Umgehungen von Pendlern angenommen werden,
um die Ortsdurchfahrten von Wicker und Weilbach zu meiden.
Zudem würde ein auch für Wickerer bedeutsames Naherholungsgebiet
unwiederbringlich verloren gehen.
Fazit:
Für Weilbach muss etwas getan werden. Die vorgelegte Planung verspricht
Entlastung, jedoch ist diese mit kleineren Bauvorhaben ebenso zu erreichen.
Mit der Kreuzung im Bereich des Sportplatze wird ein weiterer Unfallschwerpunkt
geschaffen.
Auch in Weilbach würden wertvolle stadtnahe Erholungsbereiche durch den
Bau der Umgehungsstraße für immer verloren gehen.
Länge:
Die geplante B 519 soll eine Länge von 7,784 km haben.
Übersicht
zur Vorzugsvariante
blau: Vorzugsvariante
der Umgehungsstraße B519 neu;
gelb: Vorzugsvariante der Umgehuingsstraße B40;
rot: Alte Strecke B40 durch Wicker und Weilbach.
Breite:
Im Bereich Opelbrücke, unterhalb der Warte bis zur L 3017 (Straße
zwischen Wicker und der Kernstadt) ist die Trasse 26,5 m breit.
Querschnitt
der Trasse
Die eigentliche Straße ist bis zur Kreuzung mit der L 3265 (zwischen
Weilbach und Hattersheim) zweispurig. Von dort bis zur Autobahn vierspurig.
Die Kreuzungen sind 4-6 spurig und ampelgesteuert.
Knoten
8
Flächenbedarf:
Laut Planfeststellungsunterlagen werden straßenbaubedingt (d.h. für
die Fahrbahn, Banketten und sonstige "Straßennebenanlagen")
29 Hektar Fläche überbaut. Hinzu kommen 11,5 Hektar die für
naturschutzrechtlichen Ausgleich in Anspruch genommen werden. Diese sind nicht
in den 29 Hektar für straßenbaubedingte Flächen enthalten
(wie uns das Amt für Straßen- und Verkehrswesen eindeutig bestätigte).
Während des Baus werden für einen Zeitraum von ein bis drei Jahren
nochmals ca. 20 Hektar in Anspruch genommen (Baustraßen, Lagerflächen,...).
Brückenbauwerke:
Für den Abschnitt B 519 sind neben einer neuen Untertunnelung der Bundesautobahn
3 und der ICE-Trasse sowie der Unterführung des Weilbachs unter der geplanten
Trasse fünf Brückenbauwerke (Kreuzweg, Wartweg, Oberer Höllweg,
Regionalparktrasse beim Dichterhügel und Verlängerte Schillerstraße)
vorgesehen. Diese Bauwerke haben eine Lichte Weite (Bereich zwischen den Rampen,
zwischen denen die Trasse durchführt) von 24,50 m
Kosten:
Die Gesamtkosten belaufen sich (ohne Unterhaltung und Wartung!) auf ca. 27
Mio. EUR.
Verkehrsprognose für
die B 519:
Laut Planfeststellungsunterlagen (S.31 des Erläuterungsberichtes) wird
für die B 519 von einer durchschnittlichen Verkehrsbelastung von 20.000
KfZ/24 und 2.000 LKW/24h ausgegangen. D.h., dass alle im Tagesmittel alle
4,3 Sekunden ein Auto und 43 Sekunden ein LKW durch die Flörsheimer Gemarkung
fährt. In Stoßzeiten liegt die Belastung deutlich darüber.
Eine Naherholung ist in einem Korridor von 500m rechts und links der Trasse
dann nicht mehr möglich.
Negative Auswirkungen:
Flörsheims Naherholungsgebiete werden durchschnitten und mit Lärm
und Abgasen belastet. Ein stadtnahes Erholen wird kaum noch möglich sein,
folglich wird es Fahrten mit dem Auto z.B. in den Taunus zum Erholen geben.
Die Randgebiete der Bebauung werden im Gegenzug einer fragwürdigen Entlastung
der Hauptverkehrsstraßen mit Lärm und Abgasen belastet. Der Ortsteil
Keramag / Falkenberg würde mit 55,2% mehr Verkehr belastet. Geplante
Lärmschutzwälle (an der Keramag und am Rand der Flörsheimer
Bebauung im Bereich Windthorststraße) können hier Linderung verschaffen
- doch um welchen Preis!
Zudem gehen Ackerböden verloren, werden 68 geschützte Tierarten
bedroht. Durch den Verlust von Flächen gehen wichtige Kaltluftentstehungsgebiete
verloren und das Retentionsvermögen (Rückhalt von Wasser, um Hochwässer
zu verhindern) der Landschaft nimmt ab.
Die B 40 (neu) soll Hochheim
östlich umgehen. Momentan befindet sich das Projekt in der Linienfeststellung.
Die Stadtverordnetenversammlung von Flörsheim und das Amt für Straßen-
und Verkehrswesen favorisieren die Variante 2a. Diese Variante führt
jedoch sehr nah an die Bebauung von Hochheim heran, weshalb sich die Stadt
Hochheim zunächst gegen diese Planung ausgesprochen hat. Am 10. Mai soll
in Hochheim diesbezüglich eine Entscheidung fallen.
Sollte die B 40 (neu) nicht gebaut werden, so erfüllt die B 519 (neu)
auch nicht länger die Funktion einer Umgehung für Wicker und Weilbach!
Im Falle der Einigung der Kommunen Flörsheim und Hochheim und dem Bau
der beiden Umgehungen müsste der Verkehr aus dem Raum Mainz / Hochheim
in Richtung Frankfurt / Hofheim um die Ortslagen Wicker und Weilbach zu umfahren
die B 40 (neu) entlang fahren, dann über die L 3028 (zwischen Hochheim
und Flörsheim) an der Keramag vorbei und dann auf die B 519 (neu) (vgl.
Karte: 9 Ampeln). Dies ist sehr unwahrscheinlich, zumal laut den Planungen
für die B 40 (neu) und die L 3028, die dann ein höheres Verkehrsaufkommen
zu bewältigen hätte, weitere 4 Ampeln vorgesehen sind (folglich
9 Ampelkreuzungen für die komplette Umgehung B 40 / B 519 (neu)).

9
Ampeln auf der Umgehungsstraße B40 / B519!
Länge: Der Neubauabschnitt soll ca. 2,5 Kilometer lang sein, die Ausbaustrecke ca. 2,3 Kilometer.
Kosten:
Die Gesamtkosten belaufen sich (ohne Unterhaltung und Wartung!) auf ca. 8,2
Mio. EUR.
Brückenbauwerke:
Für den Abschnitt B 40 sind drei Brückenbauwerke vorgesehen.
Negative Auswirkungen:
Durch den Bau der B 40 (neu) käme auf den Ortsteil Keramag / Falkenberg
eine zusätzliche Belastung mit 4.800 KfZ/Tag zu - das entspricht einer
Verkehrszunahme um 55,2%!
Zudem ist die Anbindung der Keramag an die L 3028 mit einer Untertunnelung
dieser und einer nördlichen Anbindung vorgesehen (vgl. Abb.). Dies bedeutet,
dass Verkehrsteilnehmer (vor allem die LKW, die schon jetzt durch den Ortsteil
fahren müssen) als Linksabbieger auf die L 3028 auffahren müssen,
wenn Sie nach Flörsheim, Rüsselsheim oder auf die Autobahnen möchten.
Folglich wird hier ein Rückstau entstehen! Zudem werden durch den Tunnel
Lärm- und Abgasemissionen in den Ortsteil geblasen! Um die zusätzliche
Verkehrsbelastung abzumindern, ist eine 580m lange Lärmschutzwand entlang
der L 3028 im Bereich der Keramag vorgesehen.


Prognose der Differenzbelastung
für das Jahr 2015
Wie die Abbildung des
Amtes für Straßen- und Verkehrswesen zur Verkehrsprognose der Planung
B 40 /
B 519 Ortsumgehung Flörsheim, Wicker, Weilbach zeigt, würden durch
den Bau der Umgehungsstraßen bestehende und aufnahmefähige überregionale
Straßen entlastet! Konkret heißt dies für Teile der A 66
bis zu 2.000 Autos am Tag weniger, für Abschnitte der A 3 sogar 2.700
Autos am Tag weniger. Auch die B 43 würde um bis zu 1.000 KfZ/Tag entlastet.
Und wo würden diese Autos alternativ fahren? Auf den neuen Straßen
B 40 und B 519. Durch die Flörsheimer Gemarkung.
Die sogenannte Ortsumgehung
ist eine Alternative für überregionalen Verkehr!
Durch den Bau würden wir Durchgangsverkehr, der sonst die Autobahnen
nutzen würde, in unser direktes Umland ziehen. Dies kann nicht der Sinn
einer Planung sein, die sich rühmt mehr Lebensqualität für
die Flörsheimer Bevölkerung zu bringen!
Aktueller Stand der Dinge (Vollständiger Artikel mit Fortsetzung von der Startseite)
Artikel zur Landtagswahl
am 18.01.2009:
Erfolgreicher Bürgerentscheid stoppt B 519 neu
"Das Filetstück
der Flörsheimer Naherholung, unterhalb der Flörsheimer Warte sollte
durch die Straße zerschnitten werden," resümiert Sabine Roth,
Initiatorin der Initiative und des Bürgerentscheides das Hauptargument
gegen diese Planung. "Mit viel harter Arbeit und stichhaltigen Argumenten
konnten wir die Mehrheit der Flörsheimer Bevölkerung für den
Erhalt der Naherholungslandschaft um Flörsheim und seine Ortsteile begeistern,"
so Sabine Roth weiter. Anfang Mai letzten Jahres hat sich die Mehrheit der
Flörsheimer Bevölkerung (4.881 Stimmen und 53,5% der Abstimmenden)
gegen den Bau der B 519neu ausgesprochen. "Wir mussten umfassend informieren,"
erinnert sich Tim Marold, eine der Vertrauens-personen der BIGU, "einige
Bürger hatten noch gar nicht mitbekommen, dass eine Straße quer
zu ihrem Spazierweg geplant ist, geschweige denn, dass mit dieser Planung
29 Hektar wertvolle Ackerböden überbaut und 68 geschützte Tierarten
in Ihrem Bestand bedroht werden."
Mittels eines Bürgerentscheides wurde der befürwortende Beschluss
der Stadtverordnetenversammlung zu dieser Baumaßnahme zurückgenommen.
Für die Gültigkeit des Entscheides ruht nun die Planung. Aus diesem
Grund ist in Flörsheim die so genannte "AG Verkehrsentlastung"
ins Leben gerufen worden. Leider haben in dieser AG die Umgehungsstraßenbefürworter
die Mehrheit, weshalb bis heute (17 Monate nach dem Bürgerentscheid)
noch immer kein Planungsbüro mit der Erstellung eines innovativen alternativen
Verkehrskonzeptes für Flörsheim beauftragt wurde.
"Bedauerlich ist es, dass von Seiten der CDU, SPD und FDP - und allen
voran vom Bürgermeister - der Bürgerentscheid, und somit der Wille
der Flörsheimer Bevölkerung, nicht geachtet wird," ärgert
sich Sabine Roth. Schon im Dezember 2007 äußerte sich der Bürgermeister
in der Presse, dass man von Seiten der Stadtverwaltung gewillt ist, nach Ablauf
der gesetzlichen Bindungsfrist des Bürgerentscheides erneut einen Antrag
auf den Bau der Straße zu stellen. Da der Vertreter der Flörsheimer
Bürger die Interessen der Mehrheit nicht respektiert und diesen zuwider
handelt, sieht sich die Bürgerinitiative gegen diese Umgehungsstraße
(BIGU) in der Pflicht, die Interessen der Flörsheimer Bürger zu
vertreten.
"Wir haben zunächst eigenständig, anschließend in Kooperation
mit den BI´s in Kriftel und Hofheim Schreiben an Politiker im Bundes-
und Landtag versandt. Wir hoffen nun auf politischem Wege auf höherer
Ebene das Projekt aus dem Bundesverkehrswegeplan heraus zu bekommen und somit
die Achtung des erklärten Willens der Flörsheimer Bevölkerung
zu erlangen," blickt Sabine Roth hoffnungsvoll in die Zukunft.
Diesen Artikel und weitere Infos sowie die Grüße zum Jahreswechsel finden Sie auf unserer Download-Seite.